Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Eupen-Malmedy-St.Vith

Die jüngste Wirtschaftskrise scheint aufgrund der aktuellen konjunkturellen Bilanz der ostbelgischen Unternehmen überwunden. Das belegen die Angaben von rund 150 regionalen Unternehmen mit 5000 Beschäftigten aus Industrie, Bau, Handel und Dienstleistungssektor, die auf die aktuelle IHKKonjunkturumfrage geantwortet haben.
Ein Beitrag von Volker Klinges IHK/AAV Geschäftsführer

77 Prozent der Unternehmen bezeichneten den Geschäftsverlauf des gesamten Jahres 2010 als »gut bis zufriedenstellend «. Diese Kennzahl, die 2009 mit 63 Prozent auf den tiefsten Stand fiel, ist somit um 14 Prozentpunkte angestiegen.
Zu einer ausreichenden bis schlechten Bewertung der Geschäftslage kommen folglich 23 Prozent der befragten Unternehmen.



Die aktuelle konjunkturelle Lage erreicht aber noch nicht das Rekordniveau der Vorkrisenjahre 2006-2008.

Noch zaghafte Industrie 2010

Die Betriebe erfreuen sich branchenübergreifend einer deutlich verbesserten Geschäftslage.
Der gewichtete Saldo aus Positiv- und Negativvoten zur Geschäftsentwicklung 2010 gegenüber 2009 liegt bei plus 23 und damit deutlich im positiven Bereich.
Insbesondere die Betriebe des Handels (Saldo: plus 65) und des Bausektors (plus 53) sowie die Dienstleister (plus 40) berichten über gute Geschäfte.
Der sekundäre Sektor, der unter der Wirtschaftskrise am stärksten gelitten hat, hat das Konjunkturtal im Laufe des Jahres 2010 ebenfalls durchschritten.
Die wirtschaftliche Belebung hat die Industrie 2010 erreicht, ohne jedoch eine durchgängige Klimaverbesserung zu erzeugen (Saldo: plus 10). Drei Viertel des verarbeitenden Gewerbes präsentierten sich 2010 in einer zufriedenstellenden Geschäftsverfassung:
40 Prozent erfreuten sich einer guten, 35 Prozent einer befriedigenden Geschäftslage.
2009 lag dieser Gesamtwert bei nur 50 Prozent, in 2008 aber noch bei 85 Prozent. 13 Prozent berichten über schlechte Geschäfte im abgelaufenen Jahr. Am günstigsten präsentierte sich die Situation in der Chemie und in der Textil-Industrie. Von einem befriedigenden Geschäftsverlauf sprechen die Nahrungsmittelbranche, das Druck- und Papiergewerbe, der Holzsektor sowie die metallverarbeitenden Unternehmen.
Einzig die spezialisierten Zulieferbetriebe der Metallbranche klagen über ein schwieriges Jahr 2010. Das produzierende Gewerbe erwartet jedoch für 2011 keinen euphorischen Wirtschaftsaufschwung.
45 Prozent sprechen für 2011 von einem eher günstigen Verlauf ihrer Geschäfte, während nur noch fünf Prozent 2011 mit einer ungünstigeren Entwicklung beurteilen.
Die günstigere Wirtschaftslage 2010 ist auf eine allgemeine Verbesserung der Auftragslage zurückzuführen. 39 Prozent der Unternehmen informierten über steigende Auslandsaufträge gegenüber rund 27 Prozent mit fallenden Aufträgen aus dem Ausland (Saldo: plus 12).

Die Auftragseingänge aus dem Inland wirkten sogar in bedeutenderem Maße stabilisierend auf die Geschäftslage.
37 Prozent der befragten Betriebe sprachen von steigenden Inlandsaufträgen im Vergleich zu 18 Prozent der Betriebe, deren Auftragseingänge aus dem Inland fallend waren. Eine Verbesserung ist im Bereich der Kapazitätsauslastung in den Industriebetrieben zu bemerken.
15 Prozent informierten über eine 100-Prozent-Auslastung ihrer Produktionskapazitäten 2010, bei 45 Prozent lag diese zwischen 75 und 90 Prozent. Zwölf Prozent beklagten eine Auslastung unter 60 Prozent. Die Ertragssituation hat sich in den Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe per Saldo nur leicht verbessert (plus 8). Den steigenden Kosten können 42 Prozent durch Anhebung der Verkaufspreise entgegenwirken.
Acht Prozent rechnen sogar für 2011 mit fallenden Preisen.
Der Arbeitsmarkt bleibt relativ unberührt vom verhaltenen Aufschwung im produzierenden Gewerbe. 2010 erhöhten per Saldo nur 13 Prozent ihren Personalbestand.

Mit mehr Elan gestartet

Für 2011 beträgt der Saldo aus positiven und negativen Beschäftigtenentwicklungen plus 32. Der zaghaft anlaufende wirtschaftliche Erholungsprozess wird ebenfalls nur durch eine schwache Investitionsbereitschaft begleitet. 37 Prozent erhöhten, 20 Prozent verringerten diese (Saldo: plus 16). 2011 scheint sich die Investitionsneigung auf einem etwas höheren Niveau zu bewegen.
Per Saldo melden 21 Prozent steigende Investitionsabsichten.
Als Fazit ist zu vermerken, dass das konjunkturelle Sorgenkind der Jahre 2009 und 2010 mit mehr Elan in das Jahr 2011 startet, wodurch hoffentlich die benötigte Sicherheit für Investitionen und Beschäftigung entstehen wird.

Die vorhergehenden Angaben geben globale Tendenzen an. Individuelle, betriebsbezogene Geschäftsentwicklungen können daher von diesen allgemeinen Ergebnissen abweichen.

> Geschäftserwartungen 2011 - Zuversicht prägt den Blick> Schwieriges Jahr 2009 - nur verhaltener Optimismus für 2010> Ostbelgiens Geschäftserwartungen 2008 abgestürzt> Ostbelgiens hervorragende wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2007 weiter stabilisier

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