Geschäftserwartungen 2011 - Zuversicht prägt den Blick
Die gesteigerten positiven Geschäftserwartungen stimmen hoffnungsvoll. Die bereits 2010 festgestellte gute regionale Wirtschaftslage ist kein Strohfeuer, sondern wird sich auch 2011 fortsetzen. Nur wenige Unternehmen sehen eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage für das Jahr 2011.Der gewichtete Saldo aus Optimisten und Pessimisten liegt branchenübergreifend bei plus 31 und damit nochmals höher als 2010 mit plus 23. Alle Branchen liegen dabei im hohen zweistelligen Plus-Bereich:
Industrie (plus 20), Bau (plus 34), Handel (plus 42) und der Dienstleistungssektor (plus 61). Die Konjunkturampel steht damit auf Grün, doch wird sich zeigen müssen, ob sich die optimistischen Geschäftserwartungen im Jahresverlauf in vollem Umfang materialisieren werden. Die Basis für eine Fortsetzung des wirtschaftlichen Aufschwungs aus dem Jahr 2010 in das Jahr 2011 hinein ist jedenfalls sehr gut.
Gute Perspektiven für die ostbelgische Wirtschaft
Der Handel schließt das Jahr 2010 mit einer durchweg guten Bewertung ab. 54 Prozent des Handels sprachen von einem guten Verlauf ihrer Tätigkeit im Jahr 2010.Nur noch jeder neunte Händler vermeldet eine ausreichende Geschäftslage und die Note schlecht wird nicht mehr vergeben. Der Handel ist klar aus dem Stimmungstief von 2009 heraus. Für 76 Prozent wurde das Jahr 2010 im Vergleich zu 2009 besser bzw. für acht Prozent zumindest unverändert abgeschlossen. Der Großhandel bewertet seine Geschäfte in 2010 sogar noch besser, da 70 Prozent die Lage mit »gut« benoten.
Hier liegt der Wert im Einzelhandel bei knapp 40 Prozent. 55 Prozent der Händler sprachen von einem »kauffreudigen Verhalten der Kundschaft «. Der Saldo aus gestiegenen und gefallenen Umsätzen im Jahr 2010 liegt bei plus 46 und damit deutlich höher als 2009, als dieser Saldo bei minus 30 lag.
58 Prozent des Handels vermeldete eine verbesserte Ertragslage. Steigende Verkaufspreise bei beinahe zwei Dritteln der Händler sollen 2011 ein Garant für eine weitere Verbesserung ihrer Ertragssituation sein.
Über fallende Verkaufspreise für 2011 wurde nicht berichtet. Das 2009 vorherrschende Stimmungstief spiegelt sich auch 2010 in den Beschäftigungszahlen wider.
Ein nur schwach positiver Beschäftigungseffekt per Saldo von plus 11 ist 2010 festzustellen. Für 2011 wird sich per Saldo die Anzahl Betriebe mit Personaleinstellungen weiter nur zurückhaltend positiv gestalten (plus 13).Dagegen haben sich die Investititionstätigkeiten 2010 verbessert: Meldungen über steigende Investitionen im Jahr 2010 (32 Prozent) standen nur acht Prozent Firmen mit Investitionsverringerungen gegenüber.
Die Investitionsabsichten für 2011 sind dagegen zurückhaltender: 28 Prozent der befragten Händler beabsichtigen, ihre Investitionen weiter zu steigern, während 20 Prozent der Firmen zunächst planen, geringere Investitionen vorzunehmen.
Der Handel erwartet für 2011 eine weitere Belebung der Geschäftstätigkeit. 46 Prozent erwarten für 2011 eine günstigere Entwicklung, nur noch vier Prozent sprechen von einer abflachenden Konjunktur ihrer Handelsaktivität.
Nach einem zufriedenstellenden Geschäftsverlauf 2009 konnte das Jahr 2010 im Dienstleistungssektor mit viel Schwung abgeschlossen werden. 38 Prozent der Unternehmen geben ihrer wirtschaftlichen Lage 2010 ein »gut« und weitere 37 Prozent ein »befriedigend«.
Stark präsentieren sich das Finanz- und Versicherungsgewerbe, die EDV-Branche, die Sozialsekretariate, die Unternehmensberatung sowie der Warentransport per Schiene.
Ausnahmen bilden der Warentransport per Straße, der Horeca- sowie der Immobiliensektor, die mehrheitlich eine ungenügende Geschäftsentwicklung gekannt haben. Andere Sektoren sehen durch die anziehende Konjunktur wieder Licht am Ende des Tunnels, hierzu zählen u. a. die Zeitarbeitsvermittler.
Trotz verbesserter Wirtschaftsdaten sind die Auswirkungen auf die Investitionen und den Personalbestand im Jahr 2010 vorsichtig optimistisch geblieben. 2010 fand bei 38 Prozent dieser Firmen eine Steigerung der Investitionen bzw. bei 21 Prozent eine Personalerhöhung statt.
Gleichzeitig verringern rund 21 Prozent ihre Investitionen bzw. 13 Prozent ihren Personalbestand. Die Erwartungshaltungen für 2011 sind sogar beinahe euphorisch. Zwei Drittel der Dienstleister gehen 2011 von einer nochmaligen Verbesserung ihrer Geschäfte aus.
Nur noch zwei Prozent befürchten für 2011 eine Schwächung ihrer Tätigkeiten. Dies wird sich voraussichtlich steigend auf ihren Personalbestand auswirken. Per Saldo sind dies 22 Prozent der befragten Unternehmen. Dagegen verbleibt die Investitionsbereitschaft auf einem schwachen Niveau in 2011.
56 Prozent der im Baufach tätigen Unternehmen können auf eine »gute« Geschäftsentwicklung zurückblicken. Weitere 22 Prozent der befragten Bauunternehmen beurteilen ihre Geschäftslage im Jahr 2010 mit »befriedigend«. Im Vergleich zum Jahr 2009 ist dabei eine deutliche Verbesserung festzustellen.
Mehr als die Hälfte vermelden eine bessere Betriebslage gegenüber dem Jahr 2009. Eine verschlechterte Wirtschaftslage wurde von keinem Betrieb gemeldet. Dieser positive Trend spiegelt sich in der Umsatzentwicklung und der Ertragslage für das Jahr 2010 wider.
Die Baubetriebe verweisen darauf, dass die Aufträge von Privatkunden (Haushalte, Betriebe) per Saldo zugenommen haben, während die Auftragsentwicklung der öffentlichen Hand fallend war. Drei Viertel der teilnehmenden Betriebe weisen auf eine Auslastung der Betriebskapazitäten von mindestens 75 Prozent hin. 25 Prozent berichteten sogar von Vollauslastung. Trotz der Dynamik im Sektor wurde der Personalbestand per Saldo reduziert.
Elf Prozent erhöhten den Personalbestand im Jahr 2010, 22 Prozent der befragten Unternehmen reduzierten ihr Personal im abgelaufenen Jahr. Eine ähnliche Situation ist bei den Investitionen 2010 festzustellen.
Der aktuelle Stand (Beginn 2011) zeigt bei den Auftragseingängen für 2011 auf, dass für 33 Prozent der derzeitige Auftragsbestand unter drei Monaten liegt und für weitere 55 Prozent zwischen drei und sechs Monaten. 22 Prozent vermelden bereits ein Auftragsvolumen von sechs bis zwölf Monaten.
Aufgrund der bereits guten Auslastung der betrieblichen Kapazitäten bleiben die Geschäftserwartungen für das Jahr 2011 unverändert hoch. Jedes dritte Unternehmen erhofft sich eine bessere Situation, 67 Prozent gehen zumindest von einer gleichbleibenden Situation 2011 aus.
Sowohl im Hinblick auf die Beschäftigungsentwicklung als auch auf die Investitionsneigung zeichnet sich ein positiver Trend in dieser Branche für 2011 ab. Per Saldo ist in beiden Bereichen von einer steigenden Entwicklung auszugehen. Der Saldo aus Betrieben mit Personalerhöhungen und verringertem Personalbestand liegt bei plus 33. Die Investitionszurückhaltung des Baugewerbes scheint sich ebenfalls 2011 etwas zu lösen.
25 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihre Investitionen weiter steigern. 13 Prozent planen zunächst ein reduziertes Investitionsvolumen.

