Bevölkerung

Die Einwohner Ostbelgiens verstehen sich als Menschen in einem europäischen Kerngebiet mit unbekümmertem Zugang zu vier verschiedenen Ländern (B, D, NL und L). Sie identifizieren sich mit der deutschen oder der französischen Sprache; sie haben über die Medien und durch tägliche Kontakte einen engen Bezug zum deutschen Kulturraum oder/und zum romanischen Gebiet.
 
Die Menschen deutscher Zunge sind loyale Belgier, im Allgemeinen der Monarchie zugetan; sie fühlen sich staatlicherseits respektiert, seitdem Deutsch als eine der drei Amts- und Verfassungssprachen anerkannt ist. Die politische Autonomie als Deutschsprachige Gemeinschaft hat erheblich dazu beigetragen, dass auch die deutschsprachige Bevölkerung sich als vollwertiger Bestandteil des belgischen Staates betrachtet. Für die Französischsprachigen des Kantons Malmedy war diese Umstellung seit 1920 leichter von Statten gegangen.
 


In den letzten Jahren ist die Bevölkerung vor allem im Norden stark angestiegen. Der Grund liegt hauptsächlich in der Wanderungsbewegung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Belgien: Immer mehr deutsche Staatsbürger siedeln ins benachbarte Königreich Belgien um, da die Immobilienpreise hier wesentlich niedriger sind und sie außerdem noch von erheblichen Steuervorteilen profitieren. So hat die Gemeinde Raeren zurzeit ca. 45 % deutsche Einwohner und die Gemeinde Kelmis ca. 30 %.
 
Sprachlich gesehen haben die deutschen Staatsbürger keine Integrationsprobleme, da die Muttersprache der meisten Ostbelgier - wie bereits mehrfach erwähnt - Deutsch ist. Die sprachliche Vielfalt in Ostbelgien wird aufgrund der Nähe zu den französischsprachigen Gemeinden, der Grenznähe und der Bedeutung der französischen und der niederländischen Sprache in Belgien stark gefördert: Die meisten Ostbelgier sprechen drei, meist auch vier Sprachen (Deutsch, Französisch, Niederländisch und Englisch).

Bevölkerungsdichte

Am 1. Januar 2006 zählt Ostbelgien genau 91.676 Einwohner (87,28 Einw./km2). Allerdings ist die Bevölkerungsdichte im Kanton Eupen (Norden), im Kanton Malmedy (Süden) und im Kanton St. Vith (Süden) sehr unterschiedlich:
 
- Kanton Eupen: 43.806 Einwohner – 194,86 Einw./km2
- Kanton Malmedy: 18.557 Einwohner – 94,25 Einw./km2
- Kanton St. Vith: 29.313 Einwohner – 46,6 Einw./km2
 
Das demographische Nord-Süd-Gefälle wird besonders deutlich beim Vergleich der nördlichsten und der südlichsten Gemeinde:
 
- die dichtest besiedelte Gemeinde des gesamten Gebietes ist Kelmis
(573,73 Einw./km2)
- die Gemeinde mit der geringsten Bevölkerungsdichte ist Burg-Reuland
(35,82 Einw./km2)
 
Ostbelgien ist 3,44 % der Fläche Belgiens und beherbergt 0,87 % ihrer Bevölkerung.


Zum Vergleich: Der Bevölkerungsdichtequotient beläuft sich auf 344,32 für Belgien, für Wallonien auf 203 und für Flandern auf 450. Die Region Brüssel nimmt eine Ausnahmestellung ein, da es sich hier hauptsächlich um städtisches Ballungsgebiet handelt: 6.312.
 
Die Männer bilden mit 49,51 % den leicht geringeren Anteil an der Gesamtbevölkerung Ostbelgien, die Frauen mit 50,49 % die Mehrheit (vgl. Belgien: Männer: 48,94 %, Frauen 51,06 %).Allerdings findet in den letzten Jahren eine Verschiebung zugunsten der Männer statt.
 
Quelle: INS/WSR/ABEO

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